22.12.13

San Diego: No Happier Place


"There's a place called Kokomo..."
An diese Textzeile des Beach Boys Liedes muss ich oft denken, wenn es um die bei Amerikanern meist beliebteste Stadt in Südkalifornien geht: Und sie wissen, warum sie die Wiege des Golden States lieben- mit seiner 72 Kilomter langen Sandküste ist San Diego ein Entspannungsparadies wie es der liebe Gott selbst nicht besser hätte erschaffen können. Quasi eine Stadt im Dauer-Ommmmm.
Aber nicht nur das Land vergöttert diesen Ort, an dem die ersten Europäer einst an Land gingen. Nein, auch die Locals wissen um ihr Glück. Kein Wunder: wer ließe sich morgens nicht gern von einem Wetterbericht im Radio wecken, der fröhlich posaunt: "Another sunny day in Southern California" erwarte denjenigen, der jetzt aus den Federn hüpfe.
So motiviert sind die Joggingschuhe flugs angeschnürt und schon gehts zum Fitness. Meist in aller Hergottsfrühe - vor der Arbeit -meist an der Universität, einer Kanzlei oder einem Biotech-Unternehmen- kurz im Pickup (fürs Surfboard und Campen) an den Strand, um nach dem Stand der Wellen zu schauen. Oder nach Feierabend, wenn der Anwalt wieder seiner wahren Berufung nachgeht und sich aufs Brett schwingt. Zunehmend finden sich auch Frauen unter den Surferinnen. 

Alle anderen verabreden sich ab drei Uhr nachmittags zur Happy Hour. In der ganzen Stadt finden sich Lokale mit entsprechenden Angeboten. Mich zieht es immer gern  zum Fischmarket, downtown. Direkt am Pacific Harbor Drive zwischen dem Flugzeugträger-Museum "USS Midway" und dem Seaport Village gelegen. Die Lage am Hafen ist eine Sensation, den Pelikane jagen dort gern nach ihrem täglichen Mahl und lassen sich nicht von begeisterten Beobachtern  stören. 
Der zweigeschossige Fischmarkt beherbergt mehrere Restaurants sowie einen -richtig: Markt. Unten geht es lockerer und, wie auf einem Segelschiff ganz mit Holz verkleidet, rustikal zu. Oben empfiehlt sich das feine Abenddiner. Ich war schon unzählige Male dort, und immer wieder nimmt mich der Ausblick auf die "Big Bay", Coronado Island und die Marinebasis von San Diego völlig gefangen. 


Die Karte zur Happy Hour bietet kalifornisches und mexikanisches Fingerfood (Meeresfrüchte natürlich) sowie einheimische Weine. Amüsiert bin ich immer wieder davon, französische oder spanische Weine auf der Karte zu finden, die ich ja auch gut und gern zu Hause bekomme. Also wähle ich meist ein halbes Dutzend Austern und einen kalifornischen Chardonnay, der um einiges leichter als sein französisches Pendant daherkommt, was zu diesem Klima und dem endlosen Sonnenlicht ausgezeichnet passt. 



 Das Sonnenlicht bestimmt auch den Tagesrhythmus: romantische Dates treffen sich etwa ab 18 Uhr. Diese frühe Uhrzeit erstaunte meinen Mann damals ganz gewaltig als wir uns kennenlernten, war er als Europäer doch Treffzeiten ab frühestens 21 Uhr gewöhnt. 
Und wenn der Sonnenuntergang ruft, setzen sich San Diegans gern in ihr allzeit bereites Auto, freuen sich, einen Parkplatz mit Blick aufs Wasser ergattert zu haben, um die Natur bei ihrem täglichen Wechselspiel mit der Sonne zu bewundern. Cardiff be the Sea ist dafür ein ganz wunderbarer kleiner Strand.


Cardiff-by-the Sea


Im Pick Up neben uns bereitete eine Familie mitgebrachtes Abendessen auf der Ladefront aus. Als die Sonne verschwunden war, packten Mutter, Vater, Kind alles wieder zusammen und brausten davon in ihr Heim, das angesichts der Immobilienpreise sicher um einiges vom Strand entfernt liegt. In Nullkommanix war der Parkplatz nun leer, der Strand verdunkelte sich und die Luft kühlte ab. Da packten auch wir dann ein.
Link up with: Modejahr 2016: beim Sport, zickimicki
MondayMingle
MondayBloom
Jointhegossip
FundayMonday
Sunny'sSideofLife

High5 4 Friday